„Sichtbar werden: Frauen, Kunst und der Kampf gegen Gewalt“ – Ein emotionaler Abend voller Mut, Solidarität & Begegnung (19.​11.​2025)

Mit großem Zuspruch und intensiver Anteilnahme fand am 19. November in Kooperation mit dem Frauenhaus Bitterfeld-Wolfen die Veranstaltung „Sichtbar werden: Frauen, Kunst und der Kampf gegen Gewalt“ anlässlich des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen statt. Der Abend entwickelte sich zu einem der bewegendsten Formate der vergangenen Jahre – nicht zuletzt, weil erstmals eine Betroffene den Mut fand, ihre eigene Geschichte öffentlich zu erzählen.

 

Die Begrüßung erfolgte durch ein Mitglied unseres Trägervereins „Frauen helfen Frauen“, gefolgt von einem sehr wertschätzenden Grußwort der Landesgleichstellungsbeauftragten Sarah Schulze. Beide betonten, wie wichtig Orte sind, an denen Betroffene ihre Geschichten erzählen können und Unterstützung erfahren.

 

Im Mittelpunkt des Abends stand der Dialog zwischen Babett Keszei, eine Betroffene von Gewalt, und Sandy Bieneck vom Frauenzentrum. In diesem behutsam geführten Gespräch schilderte Babett erstmals öffentlich ihre Erlebnisse von Gewalt – ein Moment, der im Raum spürbar bewegte. Viele Besucher:innen zeigten sich sichtlich ergriffen von der Offenheit und Stärke, mit der sie über ihren Weg sprach. Ein besonderer Dank galt daher Babett: für ihren außerordentlichen Mut, für ihr Vertrauen in uns, ihre Ehrlichkeit und ihre Bereitschaft, ihre Geschichte sichtbar zu machen. Als symbolischer Akt der Hoffnung wurden anschließend zwei Wunderkerzen entzündet – ein stilles Zeichen für Hoffnung, Durchhaltevermögen und die Sichtbarkeit vieler Geschichten, die zu oft verborgen bleiben.

 

Eigentlich war als Abschluss eine Live-Feuershow von Babett geplant, doch wegen des Wetters und unerwartet kurzfristiger Auflagen musste sie ausfallen. Die Besucher:innen kamen dennoch in den Genuss ihrer beeindruckenden Darbietung – als stimmungsvolle Projektion auf der Leinwand. Die kraftvollen Flammenbilder ließen spüren, wie sehr Babett über die Bewegung und das Feuer zu neuer Stärke und Ausdrucksfähigkeit gefunden hat. Die Performance wurde so zu einem starken Symbol für Selbstermächtigung und inneres Wachstum.

 

Im Anschluss wurde die Ausstellung „Hoffnung in Bildern: Gemeinsam gegen Gewalt an Frauen“ eröffnet. Gezeigt wurden selbstgemalte Werke von Bewohnerinnen des Frauenhauses und ihren Kindern – Bilder, die Schmerz, Hoffnung, Mut und Lebensfreude sichtbar machen. Für viele der Frauen ist kreatives Gestalten ein wichtiger Weg der Verarbeitung und Selbstheilung.

 

Nach dem offiziellen Teil hatten die Besuchenden Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen. Viele nutzten diesen Raum, um Eindrücke zu teilen, Unterstützung auszusprechen oder eigene Gedanken sichtbar zu machen. Die Atmosphäre war geprägt von Respekt, Empathie und echter Solidarität.

 

Die Veranstaltung setzte ein starkes Zeichen gegen das Schweigen und für mehr Sichtbarkeit von Betroffenen. Begleitet von der Gebärdensprachdolmetscherin Heike Leps stand der gesamte Abend im Zeichen von Inklusion, Teilhabe und gegenseitiger Unterstützung. Und für alle stand fest: Es war ein Abend, der Spuren hinterlässt!



 

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